GLAUKOM
Grüner Star
Der Grüne Star (Glaukom) ist eine Gruppe von Augenerkrankungen, bei denen es zu einer fortschreitenden Schädigung des Sehnervs kommt. Unbehandelt kann dies zu Gesichtsfeldausfällen und im fortgeschrittenen Stadium zu dauerhaftem Sehverlust führen. Früh erkannt und konsequent behandelt, lässt sich das Fortschreiten jedoch häufig deutlich verlangsamen.
Das Gefährliche am Glaukom ist, dass es in den meisten Fällen lange Zeit ohne spürbare Symptome verläuft. Wenn Betroffene Veränderungen bemerken, ist der Sehnerv oft bereits erheblich geschädigt.
Das wichtigste auf einen Blick
- Erkrankung des Sehnervs
- Häufig lange ohne Beschwerden
- Schäden sind nicht reversible
- Unterscheidung in trockene und feuchte AMD
- Betrifft vor allem Menschen ab dem 55.–60. Lebensjahr
Die Erkrankung verstehen

Was ist ein Glaukom?
Unter dem Begriff „Grüner Star“ werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, die alle eines gemeinsam haben: eine Schädigung des Sehnervs. Der Sehnerv überträgt visuelle Informationen vom Auge an das Gehirn. Wird er geschädigt, entstehen zunächst unbemerkte Gesichtsfeldausfälle – später kann auch die Sehschärfe beeinträchtigt werden.
Sind die Schäden reversibel?
Die Schäden sind irreversibel, das heißt: Bereits verlorenes Sehvermögen kann nicht wiederhergestellt werden. Deshalb ist die frühzeitige Diagnose besonders wichtig.
Formen des Grünen Stars
Das Glaukom kann nach anatomischen und ursächlichen Kriterien unterschieden werden.
Offenwinkelglaukom
Die häufigste Form (ca. 80–85 % der Fälle). Der Kammerwinkel ist anatomisch offen, dennoch ist der Abfluss des Kammerwassers gestört. Die Erkrankung entwickelt sich meist langsam und bleibt lange unbemerkt.
Engwinkelglaukom
Hier ist der Kammerwinkel verengt oder blockiert. In akuten Fällen kann es zu einem plötzlichen Druckanstieg mit Schmerzen kommen.
Sonderformen
- PEX-Glaukom
- Pigmentdispersionsglaukom
- Angeborenes (kongenitales) Glaukom
- Sekundäre Glaukome infolge anderer Erkrankungen
Typische Symptome
Das Glaukom verursacht im Frühstadium meist keine Beschwerden. Erst später können auftreten:
- Gesichtsfeldausfälle
- Einschränkungen der räumlichen Orientierung
- Führt zu Einschränkungen des zentralen Sehens
Ein akutes Engwinkelglaukom kann hingegen mit starken Schmerzen, Rötung und Übelkeit einhergehen – dies ist ein Notfall.
Risikofaktoren
Der wichtigste Risikofaktor ist ein erhöhter Augeninnendruck. Allerdings kann ein Glaukom auch bei normalen Druckwerten auftreten (Normaldruckglaukom).
- Familiäre Veranlagung
- Höheres Lebensalter
- Diabetes mellitus
- Gefäßerkrankungen
- Vorbestehende Augenerkrankungen
- Sehr dünne Hornhaut
Die Häufigkeit des Glaukoms nimmt mit dem Alter deutlich zu. Während bei Menschen über 40 Jahren etwa 2–3 % betroffen sind, steigt der Anteil jenseits des 75. Lebensjahres auf etwa 7–8 %.
Diagnostik in unserer Praxis
Zur Früherkennung und Verlaufskontrolle setzen wir moderne Untersuchungsverfahren ein - Messung des Augeninnendrucks (Tonometrie), Messung der Hornhautdicke (Pachymetrie) - wichtig zur korrekten Interpretation der Druckwerte, Optische Kohärenztomographie (OCT) zur Analyse der Nervenfaserschicht und Ganglienzellen und Beurteilung der Sehnervenaushöhlung, Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie), Elektrophysiologische Untersuchung (VEP) zur Differenzierung andersartigen Sehnerveneekrankungen.
Moderne, hochsensitive Messverfahren ermöglichen es heute, selbst feinste Veränderungen am Sehnerv frühzeitig zu erkennen und objektiv zu beurteilen. Des Weiteren können wir durch wiederholte Verlaufskontrollen feststellen, ob die Erkrankung stabil ist oder fortschreitet.
Behandlungsmöglichkeiten in unserer Praxis
Ziel der Behandlung ist es, den Augeninnendruck dauerhaft auf ein individuell festgelegtes Zielniveau zu senken, um den Sehnerv zu schützen.
Medikamentöse Therapie
In den meisten Fällen erfolgt die Behandlung mit augeninnendrucksenkenden Augentropfen. Diese:
- reduzieren die Kammerwasserproduktion
- verbessern den Abfluss
- wirken teilweise zusätzlich schützend auf den Sehnerv
Die Therapie ist meist langfristig bzw. lebenslang erforderlich.
Operative Verfahren
Wenn trotz medikamentöser Therapie ein Fortschreiten festgestellt wird, kann eine Operation notwendig sein.
Es gibt verschiedene Verfahren:
- Filtrierende Eingriffe (z. B. Trabekulektomie)
- Nicht-filtrierende Verfahren (z. B. tiefe Sklerektomie)
- Spezielle Verfahren bei Engwinkel- oder angeborenen Glaukomen
Welches Verfahren geeignet ist, hängt von der individuellen Situation ab.
Verlaufskontrolle
Neben der Drucksenkung ist die regelmäßige Kontrolle entscheidend. Dazu gehören:
- wiederholte Augeninnendruckmessungen
- OCT-Verlaufsanalysen
- Gesichtsfelduntersuchungen
Nur so kann frühzeitig erkannt werden, ob eine Therapieanpassung notwendig ist.
Häufige Fragen
Tut ein Glaukom weh?
In der Regel nicht. Das chronische Offenwinkelglaukom verursacht lange keine Beschwerden.
Kann ein Glaukom geheilt werden?
Nein. Schäden am Sehnerv sind nicht rückgängig zu machen. Ziel ist es, das Fortschreiten zu stoppen oder deutlich zu verlangsamen.
Wie oft sind Kontrollen notwendig?
Je nach Befund individuell – meist alle 3–6 Monate.
Muss ich die Tropfen lebenslang nehmen?
In den meisten Fällen ja, sofern keine operative Therapie erfolgt.
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Gerne beraten wir Sie persönlich und klären, welche Diagnostik und Therapie für Sie sinnvoll ist.
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