ARTERIEN- UND VENENVERSCHLUSS

Netzhautgefäßverschluss

Ein Netzhautgefäßverschluss ist eine Durchblutungsstörung der Netzhaut, die durch den Verschluss einer Arterie oder einer Vene entsteht. Dadurch wird die Versorgung der Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen gestört, was zu einer plötzlichen Sehverschlechterung führen kann.

Man unterscheidet zwischen arteriellen Verschlüssen und venösen Verschlüssen. Beide können entweder die zentralen Gefäße der Netzhaut oder einzelne Gefäßäste betreffen.

Das Wichtigste auf einen Blick

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    Netzhautgefäßverschlüsse sind Durchblutungsstörungen der Netzhaut
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    Unterscheidung zwischen arteriellen und venösen Verschlüssen
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    Häufig im höheren Lebensalter (meist zwischen dem 60. und 75. Lebensjahr)
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    Risikofaktoren sind u. a. Bluthochdruck, Diabetes und Gefäßerkrankungen
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    Eine rasche augenärztliche Abklärung ist wichtig

Die Erkrankung verstehen

Netzhautgefäßverschluss Diagramm

Was ist ein Netzhautgefäßverschluss?

Die Netzhaut ist auf eine kontinuierliche Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen angewiesen. Diese erfolgt über ein Netzwerk aus Arterien und Venen.

Kommt es zum Verschluss eines dieser Gefäße, wird die Durchblutung gestört. Dadurch kann die Netzhaut nicht mehr ausreichend versorgt werden, was zu Funktionsstörungen und Sehverlust führen kann.

Je nach betroffenem Gefäß unterscheidet man:

  • Arterielle Netzhautverschlüsse
  • Venöse Netzhautverschlüsse

Arterielle Verschlüsse treten seltener auf, führen jedoch häufig zu einer stärkeren Sehverschlechterung.

Arterieller Netzhautverschluss

Ein arterieller Gefäßverschluss der Netzhaut entsteht, wenn eine Arterie im Auge plötzlich verschlossen wird. Dadurch wird ein Teil der Netzhaut nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Kommt es zu einem vollständigen Verschluss des zuführenden Gefäßes ("Zentralarterie"), wird die gesamte Netzhaut nicht mehr versorgt.

Da die Netzhaut für das Sehen eine zentrale Rolle spielt, kann es in der Folge zu einer plötzlich auftretenden, meist schmerzlosen Sehverschlechterung oder einem Ausfall von Teilen des Gesichtsfeldes kommen.

Typische Symptome

  • eine plötzliche Sehverschlechterung
  • einen dunklen Bereich im Gesichtsfeldeinschränkung
  • oder einen vollständigen Sehverlust auf einem Auge

Ein arterieller Gefäßverschluss ist ein augenärztlicher Notfall und sollte sofort untersucht werden.

Risikofaktoren

Risikofaktoren sind unter anderem:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • erhöhte Blutfettwerte
  • Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Erkrankungen der Halsschlagadern

Behandlung und weitere Abklärung

Die Behandlung muss so schnell wie möglich erfolgen, um die Durchblutung der Netzhaut wieder zu verbessern. Je früher die Therapie beginnt, desto größer ist die Chance, das Sehvermögen zu erhalten.

Je nach Situation können verschiedene Maßnahmen eingesetzt werden, zum Beispiel:

  • Drucksenkung im Auge
  • Durch Medikamente oder spezielle Maßnahmen kann der Augeninnendruck kurzfristig gesenkt werden. Dadurch kann sich das Gefäß möglicherweise wieder öffnen.
  • Verbesserung der Durchblutung
  • In einigen Fällen werden Medikamente eingesetzt, die die Durchblutung fördern oder Blutgerinnsel beeinflussen.
  • Behandlung von Folgeproblemen
  • Wenn später Veränderungen an der Netzhaut entstehen, können zusätzliche Behandlungen notwendig werden, zum Beispiel:
  • Injektionen von Medikamenten in das Auge
  • Laserbehandlungen der Netzhaut

Da ein arterieller Gefäßverschluss häufig mit allgemeinen Gefäßerkrankungen zusammenhängt, ist eine

Venöser Netzhautverschluss

Ein venöser Gefäßverschluss der Netzhaut entsteht, wenn eine Vene im Auge plötzlich blockiert ist. Dadurch kann das Blut nicht mehr richtig abfließen. Die Folge können Sehstörungen, verschwommenes Sehen oder ein Schatten im Blickfeld sein.

Die Erkrankung tritt meist nur in einem Auge auf und hängt häufig mit allgemeinen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhten Blutfettwerten zusammen.

Typische Symptome

  • Plötzliche oder schleichende Sehverschlechterung
  • Dunkler Schleier vor dem Auge
  • Verzerrtes Sehen
  • Verminderte Sehschärfe

Durch den gestörten Blutfluss kann es zu Blutungen in der Netzhaut kommen. Eine häufige Folge ist außerdem eine Schwellung der Netzhaut im Bereich der Makula (Makulaödem), dem Ort des schärfsten Sehens.

Behandlungsmöglichkeiten in unserer Praxis

Die Behandlung richtet sich danach, welche Veränderungen im Auge entstanden sind. Ziel ist es, Schwellungen der Netzhaut zu reduzieren und Komplikationen zu verhindern.

Mögliche Therapieoptionen sind:

  • Medikamentöse intravitreale Injektionen (IVOM) zur Behandlung eines Makulaödems
  • Die häufigste Behandlung besteht aus einer kleinen Medikamenten-Injektion in den Glaskörper des Auges. Diese Medikamente können die Schwellung der Netzhaut (Makulaödem) verringern und die Sehkraft stabilisieren oder verbessern
  • Die Behandlung erfolgt unter sterilen Bedingungen und dauert nur wenige Minuten. Meist sind mehrere Injektionen in bestimmten Abständen notwendig.
  • Lasertherapie
  • In manchen Fällen kann eine Lasertherapie der Netzhaut sinnvoll sein. Sie wird eingesetzt, um die Durchblutung der Netzhaut zu stabilisieren und das Risiko neuer krankhafter Gefäße zu senken
  • Kortison-Implantat
  • Bei bestimmten Formen der Erkrankung kann ein Kortison-Implantat im Auge eingesetzt werden. Dieses gibt über mehrere Monate langsam ein entzündungshemmendes Medikament ab.

Nach der Diagnose sind regelmäßige Augenuntersuchungen wichtig. Dabei kontrollieren wir unter anderem die Sehkraft, die Netzhaut mit moderner Bildgebung (OCT/Fluoreszenzangiographie), sowie mögliche Veränderungen der Blutgefäße.

Zusätzlich erfolgt eine internistische Abklärung möglicher Risikofaktoren, um weitere Gefäßverschlüsse zu vermeiden.

Häufige Fragen

Ist ein Netzhautgefäßverschluss ein Notfall?

Ja. Bei plötzlicher Sehverschlechterung sollte immer sofort eine augenärztliche Untersuchung erfolgen.

Kann sich das Sehvermögen wieder erholen?

Das hängt von Art und Ausmaß des Gefäßverschlusses ab. Venöse Verschlüsse haben häufig eine bessere Prognose als arterielle.

Kann man einem Netzhautgefäßverschluss vorbeugen?

Eine gute Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin kann das Risiko reduzieren.

Termin vereinbaren

Bei plötzlicher Sehverschlechterung, einem dunklen Schleier oder Verzerrungen im Sichtfeld sollten Sie umgehend eine augenärztliche Untersuchung veranlassen.

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