SICCA-SYNDROM
Trockenes Auge
Das trockene Auge ist eine sehr häufige Erkrankung der Augenoberfläche. Es entsteht, wenn zu wenig Tränenflüssigkeit produziert wird oder wenn der Tränenfilm zu schnell verdunstet.
Der Tränenfilm ist wichtig, um die Oberfläche des Auges zu schützen, die Hornhaut mit Nährstoffen zu versorgen und für eine klare Sicht zu sorgen. Wird dieser Tränenfilm instabil, kommt es zu Reizungen und Beschwerden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Sehr häufige Erkrankung der Augenoberfläche
- Entsteht durch zu wenig Tränenflüssigkeit oder zu schnelle Verdunstung
- Häufig bei Bildschirmarbeit, trockener Luft oder Kontaktlinsen
- Typische Symptome sind Brennen, Fremdkörpergefühl und gerötete Augen
- Die Behandlung erfolgt meist stufenweise mit Augentropfen und Lidrandpflege
Die Erkrankung verstehen

Was passiert beim trockenen Auge?
Unsere Augen werden normalerweise ständig von einem dünnen Tränenfilm bedeckt. Dieser wird durch den Lidschlag gleichmäßig über die Augenoberfläche verteilt.
Der Tränenfilm erfüllt mehrere wichtige Funktionen:
- Schutz der Augenoberfläche
- Versorgung der Hornhaut mit Nährstoffen
- Stabilisierung der Sehschärfe
- Abwehr von Keimen
Wenn der Tränenfilm aufreißt
Wenn die Tränenproduktion vermindert ist oder der Tränenfilm zu schnell verdunstet, reißt dieser Film auf. Dadurch wird die Oberfläche des Auges unzureichend benetzt – man spricht vom trockenen Auge oder Sicca-Syndrom.
In etwa 60–80 % der Fälle liegt eine verstärkte Verdunstung des Tränenfilms vor.
Typische Symptome
Trockene Augen können sehr unterschiedliche Beschwerden verursachen. Häufig treten mehrere Symptome gleichzeitig auf.
Typische Beschwerden sind:
- Brennen oder stechende Schmerzen
- Juckreiz
- Fremdkörpergefühl („Sandkorngefühl“)
- gerötete Augen
- Druckgefühl in den Augen
- vermehrtes Tränen
- erhöhte Blendempfindlichkeit
- verschwommenes Sehen
- Unverträglichkeit von Kontaktlinsen
Viele Betroffene berichten außerdem über schnell ermüdende Augen, besonders bei längerer Bildschirmarbeit.
Trockene Augen durch Bildschirmarbeit (Office-Eye-Syndrom)
Ein häufiger Auslöser für trockene Augen ist die Arbeit am Computer oder anderen digitalen Geräten.
Beim konzentrierten Blick auf einen Bildschirm blinzeln wir deutlich seltener als normalerweise. Dadurch wird der Tränenfilm nicht mehr ausreichend über die Augenoberfläche verteilt und verdunstet schneller.
Typische Beschwerden nach längerer Bildschirmarbeit sind:
- trockene oder brennende Augen
- verschwommenes Sehen
- müde oder schwere Augen
- erhöhte Lichtempfindlichkeit
Dieses Beschwerdebild wird häufig als Office-Eye-Syndrom oder Digital Eye Strain bezeichnet.
Regelmäßige Pausen, bewusstes Blinzeln und eine ausreichende Luftfeuchtigkeit können helfen, diese Beschwerden zu reduzieren.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen des trockenen Auges sind vielfältig und betreffen häufig mehrere Faktoren gleichzeitig.
Zu den häufigsten Auslösern gehören:
- häufige und lange Bildschirmarbeit
- trockene Raumluft oder Klimaanlagen
- Zugluft oder Umweltbelastungen
- Tragen von Kontaktlinsen
- zunehmendes Lebensalter
- hormonelle Veränderungen (z. B. nach den Wechseljahren)
Auch bestimmte Erkrankungen oder Medikamente können trockene Augen begünstigen. Dazu zählen beispielsweise Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen, Autoimmunerkrankungen (z. B. Sjögren-Syndrom), Allergien oder Bindehautentzündungen, bestimmte Medikamente (z.B. Antidepressiva, Antihistaminika oder Betablocker).
Diagnostik in unserer Praxis
Wenn die Beschwerden länger anhalten, sollte eine augenärztliche Untersuchung erfolgen, um mögliche Schäden an der Hornhaut zu vermeiden.
Zur Diagnostik des trockenen Auges können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden, beispielsweise:
- Untersuchung der Augenoberfläche an der Spaltlampe
- Beurteilung des Tränenfilms
- Messung der Tränenproduktion (Schirmer-Test)
- Untersuchung der Stabilität des Tränenfilms mit Farbstofftests
So lässt sich feststellen, ob eine verminderte Tränenproduktion oder eine verstärkte Verdunstung vorliegt.
Behandlungsmöglichkeiten in unserer Praxis
Die Therapie des trockenen Auges erfolgt in der Regel stufenweise.
Tränenersatzmittel
In den meisten Fällen werden zunächst künstliche Tränen in Form von Augentropfen eingesetzt. Diese befeuchten die Augenoberfläche und stabilisieren den Tränenfilm.
Bevorzugt werden meist konservierungsmittelfreie Präparate.
Lidrandpflege
Bei vielen Patienten liegt zusätzlich eine Funktionsstörung der Meibom-Drüsen im Lidrand vor. Eine regelmäßige Lidrandpflege kann helfen, die Qualität des Tränenfilms zu verbessern.
Entzündungshemmende Augentropfen
Wenn eine Entzündung der Augenoberfläche vorliegt, können entzündungshemmende Augentropfen eingesetzt werden.
Weitere Behandlungsoptionen
In bestimmten Fällen können zusätzliche Maßnahmen sinnvoll sein, zum Beispiel:
- Verschluss der Tränenpünktchen (Punctum Plugs)
- Behandlung von Lidrandentzündungen
- Therapie zugrunde liegender Grunderkrankungen
Welche Behandlung geeignet ist, hängt von Ursache und Schweregrad der Beschwerden ab.
Häufige Fragen
Sind trockene Augen gefährlich?
Meist handelt es sich um eine gut behandelbare Erkrankung. Ohne Behandlung kann es jedoch zu chronischen Reizungen oder Schäden an der Hornhaut kommen.
Warum tränen meine Augen, obwohl sie trocken sind?
Durch das trockene Auge entsteht ein Reizzustand, der eine vermehrte Wasserproduktion auslöst, sodass die Augen ständig feucht sind, obwohl ein trockenes Auge" vorliegt.
Kann Bildschirmarbeit trockene Augen verursachen?
Ja. Beim konzentrierten Arbeiten am Bildschirm blinzeln wir deutlich seltener, wodurch der Tränenfilm schneller verdunstet.
Kann man trockenen Augen vorbeugen?
Regelmäßige Pausen bei Bildschirmarbeit, ausreichendes Trinken und eine gute Raumluftfeuchtigkeit können helfen.
Termin vereinbaren
Bei anhaltendem Brennen, Fremdkörpergefühl oder geröteten Augen sollten Sie Ihre Augen untersuchen lassen.
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